Chronik von 1303-2016

Zusammenfassung
Die Liegenschaft befand sich bereits vor dem ersten Eintrag im Oberstadtbuch (1303) im Eigentum der Ratsherrendynastie Wrot; wie lange vorher ist nicht nachgewiesen. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts wohnten Kaufleute im Haus. Von 1533 bis 1558 hatte ein Künstler (Schnitzer) das Haus. Seit Ende des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war das Haus im Eigentum von hochqualifizierten juristischen Dienstleistern (Ratssekretäre, Protonotare[1], Syndici des Domkapitels). Auch die Lateinschule (gemeint ist die nebenan gelegene damalige Klosterschule, das heutige Gymnasium Katharineum) nutzte das Haus im 18. Jahrhundert. Von 1785 bis 1844 betrieben in zwei Generationen Kaufleute dort eine Seifenfabrik (Masch & Sohn, Seifenfabrik, Commissions- und Speditionsgeschäfte). Es folgte ein Zeitabschnitt von 1846-1920, in dem der „Bürgerverein“ das Haus nutzte. Es wurde umgebaut für regelmäßige (Tanz-) Feste, Billard und das Lesen von Journalen; von 1860 bis 1870 fanden regelmäßige Kammermusikkonzerte des Kapellmeisters Gottfried Hermann statt. Im Erdgeschoss muss es eine Wirtschaft gegeben haben. Zwischen 1919 und 1985 wurde im Obergeschoss ein Kino betrieben (1919-1920: Volks-Kino Bürgerverein; 1920-1928: Kammer-Lichtspiele; 1928-1985: Eden-Lichtspiele). Das Erdgeschoss wurde zwischen 1846 und 2016 fast durchgehend gastronomisch als Café und/oder Tanzlokal genutzt.

 

[1] Protonotar hieß in Lübeck zu jener Zeit der jeweils Erste Notar der Stadt.

 

 

Hausnummern

Das Haus Königstraße 25 hatte 1796 die Hausnummer 540, 1812 die Nummer 58, 1820 die Nummer 650 und wird seit 1884 als Königstraße 25 geführt.

Chronik

1268-1303      Erbaut eventuell von Tidemann Wrot (Ratsherr)

1303                Erste Erfassung im Oberstadtbuch

1303 -1318     Heinrich und Volmar Wrot (Söhne von Ratsherr Tidemann Wrot)

1319                Volmarius de Bucken

1319-1342      Hermannus de Eckeren

1342-1350      Gertrud Stolte und Kinder (Witwe von Hermannus de Eckeren)

1350-1351      Nikolaus Rotermund

1351-1356      Arnold Schonewedder wurde eingewältigt[1], weil eine Wicboldrente[2] von jährlich 20 Mark von Nikolaus Rotermund nicht mehr gezahlt wurde.

1356 -1358     Siegfried van der Brügge (Sohn des gleichnamigen Bürgermeisters) bekam das Haus als Mitgift durch die Heirat mit der Tochter des Arnold Schonewedder.

1358 -1370     Gerhard Stokelund

1370                Gerhard von Dulmen

1381-1385      Bernhard Barenbrügge erhält das Haus wegen nicht gezahlter Schulden.

1385-1387      Hermann Berkhof

1387-1403      Adelheid Berkhof (Witwe von Hermann Berkhof) erbt das Haus und bringt es als Mitgift in die Ehe mit Wennemar Los ein.

1403                Die Söhne des Godeko von Gamme werden wegen nicht gezahlter Schulden des Wennemar Los eingewältigt und verkaufen es noch im selben Jahr an Eler Stange (Harnischmacher)

1403-1427      Tiedemann Junge (Ratsherr von 1391-1408 und 1416-1421) erwirbt das Haus. Junge war Ratsherr von 1391 bis 1408 im sogenannten „Alten Rat“ tätig. Nach den Unruhen des Jahres 1408 verlässt er 1411 die Stadt. Der „Neue Rat“ beschlagnahmt sein Haus in der Zeit 1411-1413. Nach dem Rücktritt des Neuen Rates 1416 ist Tidemann Junge wiederum als Ratsherr tätig bis 1421. Nach dem Tod von Tidemann Junge 1422 blieb das Haus im Eigentum der Söhne, zuletzt gehörte es Eberhard Junge.

1427-1431      Egbert Sluter

1431-1446      Dorothea Sluter (Witwe von Egbert Sluter) erbt das Haus und bringt es als Mitgift in die Ehe mit Hinrich Holdenstede ein.

1446-1460      Mechthildis, Witwe des Tideman Breckerveld, wird in das Haus eingewältigt.

1460-1472      Die Söhne von Mechthildis, Johann und Bertram, übernehmen das Haus.

1472-1500?     Hinrik Schartowe

ca. 1500          Gertrut Berchmann (Tochter von Hinrik und Teleseke Schartowe) erbt und bringt das Haus in ihre Ehe ein.

1528-1533      Peter Berchmann (Sohn von Gertrut Berchmann) erbt das Haus; stirbt 1533.

1533-1558      Johann van Wefell, „Snitker“, kauft das Haus. Witwe Abel und Sohn Johann Wefell, erben das Haus und verkaufen es.

1558-1562      Andreas Runthe

1562-1578      Berndt Gilsmann (Kaufmann).

    Er könnte den Seitenflügel angebaut haben, dessen Entstehungszeit aufgrund neuer dendrochronologischer Untersuchung im Dach (2016) zwischen 1553-1573 geschätzt wird.

1578-1614      Dr. med. Theodor Dirik Watermann, kauft das Haus. Der gleichnamige Sohn Theodor Dirik erbt und stirbt selbst 1613 und vererbt an seine Kinder. 1614 erhält ein Schwager Laurens Nombsen durch Erbvergleich das Haus.

1614-1660      Friedrich Pöpping (Ratssekretär).

    Pöpping heiratet am 28.2.1614 in Marien Catharina Martens, Witwe von Peter Martens, Tochter von        Bürgermeister Hermann von Dorne (Große Weinkost, 113 Gäste). Er könnte über die Mittel verfügt haben, den Seitenflügel als eine Art Stadtpalais angebaut zu haben mit den Wandmalereien im Erdgeschoss des Seitenflügels. Diese sog. Mauresken werden auf eine Entstehungszeit zwischen 1610-1620 datiert.

 

1660-1672      Die Erben des 1656 verstorbenen Pronotars Hinrich Balemann kaufen das Haus. Die Frau des Protonotars, Catharina, war Tochter des Ratssekretärs Friedrich Pöpping.

1672-1692      Johann Siricius (Ratsherr und Bürgermeister von 1687-1696)

1696-1713      Anna Geerken oder Siricius (Witwe des Bürgermeisters Johann Siricius, vorher Witwe von Augustin Geerken). In diese Zeit fällt auch der Bau des Quergebäudes, der nach dendrochronologischer Untersuchung auf das Jahr 1711 datiert wird. Ob an der Stelle vormals ein anderes Haus stand und es nur ein Umbau war ist nicht bekannt.

1713-1717      Witwe Schröder zu ½ (könnte noch die Witwe des Bürgermeisters Siricius sein) und Actuar Engenhagen zu ½

1717-1729      Actuar Engenhagen. In die Zeit zwischen 1717 und 1722 muss die Hochzeit von Agneta Magdalena Engenhagen fallen (Witwe von Actuar Engenhagen) mit Simon Johann von Gusmann, der Fürstlich Mecklenburgischer Legatssekretär und Rechtssekretär beim Lübecker Domkapitel war.

1717-1784      Vermietung an „Rector & Schulcollegen der Lateinischen Schul[3]“ ( eventuell auch die bis 1784 dazu gehörende Budenreihe an der Glockengießerstraße

 

1729-1741      Witwe von Actuar Engenhagen und ein Johann Mathias Wildbrand.

1741-1751      Agneta Magdalena Engenhagen und Familie Gusmann. Nachdem Simon Johann von Gusmann 1740 starb ging Agneta Magdalena Engenhagen 1744 ihre dritte Ehe ein mit Hinrich von König, dänischer Justizrat, hernach „Etats-Rath“ und „Resident“. Auch er könnte über die Mittel für den Seitenflügel verfügt haben. Agneta Magdalena Engenhagen starb 1752.

1751-1769      ungeklärt (vermutlich Mitglieder bzw. Erben der Familien Engenhagen und Gusmann. In der Zeit war eine Agneta Engenhagen mit Simon Johann von Gusmann verheiratet, der Fürstlich Mecklenburgischer Legatssekretär und Rechtssekretär beim Lübecker Domkapitel war).

1769-1785      Johann Friedrich von Gusmann (Drittes Kind von Agneta Engenhagen mit Simon Johann von Gusmann. Er galt als „blödsinnig“ und stand unter Vormundschaft von Consul Henr. Brokes und Herr Dr. phil. Ludwig Spener, h. t. Curatores. Ob er im Elternhaus lebte und dort betreut wurde, ist ungeklärt). Die Bücher der Brandassecuranz enthalten folgende Eintragungen:

Wohnhaus 2 Etagen in Brandmauern

8.000

Vorderhaus, gewölbter und Balkenkeller

2.000

Zur Linken ein Seitengebäude 2 Etagen in Brandmauern

6.000

Noch ein Seitengebäude bis zum Querhaus

2 Etage in Brandmauern 

800

Quergebäude 2 Etagen in Brandmauern  

1.200

Summe

18.000


 


 

 

 

 

Da zwischen 1751 und 1785 keine Steuern für das Haus gezahlt wurden ist nicht auszuschließen, dass es leer stand. Eventuell wurde der unter Vormundschaft stehende Eigentümer Johann Friedrich von Gusmann woanders betreut und es mussten daher keine Steuern entrichtet werden. Andererseits muss um 1760 der zweite Seitenflügel entstanden sein als Verbindung zu dem um 1711 erbauten Quergebäudes.

1785-1818      Samuel Friedrich Masch (Kaufmann und Seifenfabrikant) wird Eigner der Liegenschaft Königstraße 25 plus den Wohnungen Königstraße, Ecke Glockengießerstraße. Zwischen 1785 und 1793 gehen 6 Wohnungen in Einzeleigentum über, die siebente Wohnung behält Masch.

1818-1844      Matthias Wilhelm Masch (Kaufmann; dort ansässig mit der Firma Sam. Friedr. Masch & Sohn, Seifenfabrik, Commissions- und Speditionsgeschäfte)

1844-1846      Joh. Jakob Wedel (Kaufmann) und Johann Friedrich Warncke (Ältermann[4] der Maurer)

1846-1854      Carl Christian Stapelfeldt kauft das Gebäude zusammen mit insgesamt 14 Herren des Bürgervereins Lübeck

                         (Grabener, Jürgensen, Lerchen, Schneider, Spangenberg, Weber, Wölffer, Poppe, Schlösser, Koch, Klein,

                         Warncke, Trepkau) für 6.500 Mark [5]. Der Umbau zum Gesellschaftshaus soll 5.682 Mark gekostet haben.

                         Vermutlich wird in dieser Zeit der Sall im Obergeschoss eingerichtet.

 

1846-2016      Exkurs Gastronomie Erdgeschoss

Zwischen 1846 und 2016 wurde das Erdgeschoss durchgehend gastronomisch betrieben, wobei der Betrieb während der Weltkriege nicht bekannt ist. Aus der „Krugakte“[6] ergeben sich folgende Namen der Gaststätten und ihre Betreiber, die nicht immer Eigentümer waren:

1846-1855      Bürgerverein, Betreiber: Carl Christian Stapelfeldt

1855-1873      Bürgerverein, Betreiber: Bürgerverein

1873-1875      Bürgerverein, Betreiber: J.H. Kröter

1875-1887      Bürgerverein, Betreiber: Carl Anton Heynert

1887-1891      Bürgerverein, Betreiber: Conrad Westendörpf

1891-1897      Bürgerverein, Betreiber: Johann Ernst Wilhelm Kempfer

1897-1900      Bürgerverein, Betreiber: Herr Tucks

1900-1902      Bürgerverein, Betreiber: Herr Brügmann

1902-1919      Bürgerverein, Betreiber: Johann Ernst Wilhelm Kempfer

1919-1920      Bürgerverein, Betreiber: Erich Carl Heinrich Dietrich

1921-1926      Starke Konditorei & Kafeehaus, Betreiber: Reinhold Starke

1921-1926      zusätzlich Cafe Atlantic und Alkazar, Betreiber: Robert Schmidt

1927                Rote Mühle, Betreiberin: Margarethe Schreither

1928-1930     Wintergarten, Betreiberin: Margarethe Schreither

1931-1936      Wintergarten, Alkazar & Klosterkeller, Betreiberin: Margarethe Schreither

1937-1939      Astoria Tanzdiele und Bar, Betreiberin: Margarethe Schreither

1939-1960      Astoria Tanzdiele und Bar, Betreiber: Johannes Schreither

1960-1963      Astoria & Hanseatenkeller, Betreiber: Johannes Schreither

1963-1968      Hanseatendiele, Betreiber: Heinrich Kursa

1968                Hanseatendiele, Betreiber: Johannes A. Lothar Fauth

1968-2010      Hanseatendiele, Betreiber: Rolf Maaß

2010-2013      Hanseatendiele, Betreiberin: Elfi-Jacqueline Meyer

2013-2016      Hanseatendiele, Betreiber: Detlef Winter

30.06.2016      Schließung der Hanseatendiele

1854-1902     Umschreibung auf den Bürgerverein Lübeck, nchdem diesem im Jahr 1854 vom "hohen Senate die Korporationsrechte verliegen waren". Der Bürgerverein Lübeck war eine 1837 gegründete gesellige Vereinigung, die unabhängig von sozialer Stellung, Beruf und Vermögen Mitglieder nur nach Maßgabe einer Empfehlung hinsichtlich Wesen und Charakter und einem Alter von mindestens 25 Jahren aufnahm.  Zwecke des Vereins waren laut Statuten: Unterhaltung, Tanz (Bälle), Billard, Harmoniemusiken, Vogelschießen, Picknicks. (§ 1 Satzungszweck: „Genuss geselliger Unterhaltung und erlaubten Vergnügens, Erwerbung und Mitteilung gemeinnütziger Kenntnisse und Erweckung wahren Bürgerstums“, Satzung 08.12.1892; Quelle: Grundbuch Band 1, Flur 311).

Während das Erdgeschoss wohl gastronomisch genutzt wurde, fanden im Obergeschoss Tanzveranstaltungen, Vorträge und Kammermusikabende statt; 1860-70 unter Leitung des städtischen Musikdirektors Gottfried Hermann, der nach 1852 die alleinige Verantwortung für das städtische Musikleben trug (Quelle Sellerbeck, Bürgernachrichten 114). Der Verein beschäftigte einen Ökonomen, der das Haus vom Verein pachtete und darin auch eine Wohnung hatte.

 

1875 muss das Haus durch den Bürgerverein erneut für 8.000 Mark umgebaut worden sein, wie der Festschrift zum 75-jährigen Bestehen zu entnehmen ist.

 

Nach detaillierter Auskunft aus dem Jahre 1878, als geprüft wurde, ob eine Vergnügungsabgabe zu entrichten sei, wurden folgende Raumnutzungen aufgezählt: Im großen Saal wurden 12 (Tanz-) Feste pro Jahr ausschließlich für Mitglieder abgehalten. Alle Räume konnten vom Ökonomen auch vermietet werden. In einem „an der Straße liegenden Schankzimmer“ betrieb der Ökonom eine „Wirtschaft“ auf eigene Rechnung.  Mitglieder hatten das Recht, Fremde als Gäste mitzubringen. Die Statuten des Vereins aus dem Jahr 1837 wurden 1852, 1862, 1884, 1892, 1903 und 1914 erneuert. Das lässt die Vermutung zu, dass das Haus bis zum Beginn oder Ende des 1. Weltkrieges als Tanzhaus genutzt worden.

1902-1919      Johann Ernst Wilhelm Kempfer (Gastwirt) übernimmt das Haus vom Bürgerverein für 59.000 Mark. Er

                         schafft durch einen Umbau ein "modernes" Restaurant, welches er unter dem Namen "Bürgerverein" führt und                          um eine ethnographische Sammlung anreichert.

1919-1920      Erich Carl Heinrich Dietrich (Photograph) erwirbt das Haus von Johanna Sophia Magdalena Kempfer (geborene Schnaur; Witwe von Johann Wilhlem Kempfer. Dietrich baut 1919 den Saal im Obergeschoss zu einem Kino mit 301 Plätzen, obwohl die architektonischen Voraussetzungen ungünstig waren.

 

1919-1985:     Exkurs Kino:

Dietrich eröffnet das Volks-Kino Bürgerverein am 22.05.1919 mit den drei Filmen „Am Glück vorbei“ (Drama in 4 Akten von 1918), „Unter zweierlei Masken“ (Kriminaldrama in 3 Akten von 1916) und dem Lustspiel „Wetten, daß….!“. Schon nach wenigen Monaten musste Dietrich das Kino wieder schließen. Dem Kino war auch später kein dauerhafter wirtschaftlicher Erfolg beschieden. Zwischen 1919 und 1932 gab es 6 verschiedene Betreiber. Von 1920 bis 1928 hieß es Kammer-Lichtspiele und von 1928 bis 1985 Eden-Lichtspiele. Von 1932 bis 1951 wurde das Kino mit Unterbrechung von 1948 bis 1948 von Minna Kirch betrieben, die danach schräg gegenüber das City-Kino aufbaute (nun Filmhaus der CineStar-Gruppe). 1951 wurde das Kino vom Lübecker Achitekten Helmuth Ehrich übernommen, der auch später Teileigentümer des Hauses wurde. 1975 übernahmen die Kinobetreiber Kieft und Grießhammer das Kino. Mit dem Aufkommen der Sex-Film-Welle, Ende der 60er Jahre, wurde das Filmangebot im Western- und Action-Kino Eden durch Produkte dieses Genres, teilweise harte Pornofilme (Titel an der Kasse zu erfragen), ergänzt. Zwischen 1979 und 1981 versuchte der Arbeitskreis Kino ein anspruchsvolles Programmkino zu etablieren. Die technische und räumliche Ausstattung hatte sich allerdings als unzureichend erwiesen. Auch die finanziellen Ergebnisse waren unbefriedigend. 1981 wurde das Programmkinoangebot auf einige Tage der Woche reduziert, während an den übrigen Tagen wieder Sexfilme und Western liefen. Anfang 1985 stellten Kieft und Grießhammer noch vor Ablauf des Pachtvertrages den Betrieb der Eden-Lichtspiele komplett ein.

 

1920-1958     Magarete Wilhelmine Schreither (geborene Burmester) kauft das Haus. Es liegen reichlich Sicherungs-hypotheken auf dem Haus, u.a. von der 1907 gegründeten Lübecker Vereinsbrauerei, die erst 1928 gelöscht wurde; 1921 gab es den Versuch einer Arrestanordnung gegen den Kinobesitzer Max Drucker wegen Steuerhinterziehung von ca. 250.000,- Mark.

1958-1968     Magareta Ehrich zu ½ (geb. Schreither) und Johannes Schreither zu ½ (Kaufmann) erhalten das Haus ohne Kaufpreiszahlung.

1968-1973      Helmuth Ehrich (Architekt, Ehemann von Magareta Ehrich) und Manfred Ehrich (Sohn von Magareta & Helmuth Ehrich) werden zu je ¼ Eigentümer ohne Kaufpreiszahlung. ½ bleibt unverändert bei Johannes Schreither.

1973                Manfred Ehrich übernimmt den Anteil seines Vaters durch Erbe; ½ bleibt unverändert bei Johannes Schreither.

1973-2010     Rolf Maaß (Gastronom) kauft ½ von Johannes Schreither; er hatte das Tanzlokal bereits 1968 von Hans-Lothar Fauth übernommen und dort die „Hanseatendiele“ betrieben; ½ bleibt bei Manfred Ehrich.

2010               Detlef Winter erbt ½ von Rolf Maaß; ½ bleibt bei Manfred Ehrich

2012               Lother Mörbach kauft ½ von den Erben Manfred Ehrichs, Roswitha & Uwe Ehrich; ½ bleibt bei Detlef Winter.

2016                Andreas & Renate Hagenkötter (Anwalt, Grafikerin) erwerben das Haus durch Kauf von Winter und Mörbach. Der Pachtvertrag mit der Hanseatendiele wird gekündigt und das Tanzlokal stellt seinen schon länger auf einen Tag pro Woche reduzierten Betrieb Ende Juni 2016 endgültig ein. Sicherheitsmängel (Statik, Elektro etc.) und allgmeiner Bauzustand lassen keinen weiteren Betrieb zu. Das Haus soll gründlich erforscht und nach Erstellung eines Sanierungskonzeptes sowie Einwerbung entsprechender Mittel saniert werden. Dabei soll auch so viel wie möglich von dem bauhistorisch wertvollen Rückgiebel wieder freigelegt werden.

2016               Ausstellung des Lübecker Fotografen Thomas Radbruch im frei gelegten Erdgeschoss (Dezember 2016).

2017               Quergebäude und ein Teil des Seitenflügels sind saniert und werden wieder als Wohnhaus genutzt.

2018               Im Erdgeschoss finden im Juni/Juli Teile der Aufführungen des Theaterstückes "Der Lubeca-Code" statt, einem vom Theater Partout für das Jugendtheater anlässlich des Stadtjubiläums (875 Jahre Lübeck) entwickelten Stationentheaters.

2018               Der Innenhof und die alte Rückfassade werden freigelegt und und alle Anbauten aus dem 20. Jahrhundert entfernt. Die Bauforschung ergibt, dass das Haus im 18. Jahrhundert großflächig umgebaut worden sein muss. In der Zeit um 1760, als der Rokokosaal entstanden ist, wurden wohl auch die Fassase des Seitenflügels und der Rückfassade erneuert. Weitere Ergebnisse der Bauforschung stehen noch aus.

 

Die Chronik wurde für die Zeit von 1303-1919 von Dr. Manfred Eickhölter erstellt. Die Angaben ab 1919, zum Kino und zur gastronomischen Nutzung wurden von Andreas Hagenkötter ergänzt.

 

[1] „Eingewältigt“: einem Gläubiger wurde das Haus übertragen, wenn der Schuldner die mit einer Art Hypothek abgesicherte Forderung nicht mehr begleichen konnte.

[2] Wicboldrente: regelmäßig wiederkehrende Zahlungsverpflichtung, die über eine Immobilie abgesichert wurde.

[3] Mit der „Lateinischen Schule“ ist das 1530 gegründete Gymnasium Katharineum gemeint. Rektor in der betreffenden Zeit war von 1718 bis 1762 war Johann Heinrich von Seelen. Er war studierter Philosoph, Theologe und Orientalist und gehörte er zu den bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit, nicht nur in Lübeck.

[4] Ältermann war der Älteste und damit wohl angesehenste seiner Zunft

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Chronik Haus Königstraße 25 von 1303-2016
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