Denkmal als Übungsobjekt für Studenten

In der Woche vom 16. bis zum 19. Mai tummelten sich 54 Architektur-Studenten der Technischen Universität Berlin im denkmalgeschützten Haus Eden in der Königstraße 25 (ehemalige Hanseatendiele). In 18 Dreierteams wurde das ganze Haus vermessen – vom alten Kellergewölbe aus dem 13. Jahrhundert über das Erdgeschoss, den alten Kinosaal, den Rokokosaal bis hinauf ins älteste noch erhaltene Dachwerk der Stadt Lübeck von 1268.

Dabei wurden keine modernen 3D-Scanner eingesetzt, sondern alles wurde von Hand gemessen und gezeichnet. Unter Leitung von Prof. Dr. Schlimme und seinen Mitarbeiter*innen vom Fachgebiet Bau- und Stadtbaugeschichte wurde mit ganz klassischen Mitteln gearbeitet. Mit einem Netz aus Schnüren wurden erst die Achsen festgelegt, um ein Netzwerk aufzubauen, von dem aus gemessen wurde. Mit Schlauchwaage, Lot, Zollstock bzw. Maßbändern arbeiteten sich die Studenten vor, um dann von Hand alles abzuzeichnen. Erst später wurden alle Zeichnungen zu einem Plan zusammengefügt.

Das Haus hat kaum eine gerade Wand, überall Nischen, Balken und alles, was ein Gebäude so an Schwierigkeiten zum Messen mit sich bringen kann. Eine echte fachliche Herausforderung, die lustvoll gemeistert wurde. Gleichzeitig lernten die Studenten viel über Baugeschichte. Von den Eigentümern des Hauses mit Litern von Kaffee und Wasser versorgt war es für alle ein besonderes Erlebnis. Vermittelt hatte den Kontakt das Denkmalamt. Für die Eigentümer ist die Aktion ein Segen, weil so endlich ordentliche Pläne entstehen, die dringend für die weitere Planung des Hauses benötigt werden.

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© Andreas Hagenkötter